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Februar 2018 – Nachgefragt

Herr Dechant, Herr Webersberger, vor zwei Jahren haben sich Universal Transport (UT) und die Züst & Bachmeier Project GmbH (Z&B) entschlossen, gemeinsame Wege zu gehen. Sind Sie mit Ihrer Entscheidung immer noch zufrieden?

Dechant: Das kann ich mit einem klaren Ja beantworten. Die Übernahme von Z&B war ein echter Glücksfall für die Universal Transport Gruppe. Wir waren damals auf der Suche nach einem Projektspediteur, um unser Portfolio zu erweitern. Dass wir mit Z&B zusammengekommen sind, war aber auch ein wenig dem Zufall zu verdanken.

Webersberger: Stimmt – wir waren zur gleichen Zeit auf der Suche nach einem Unternehmen, das Z&B nach dem irgendwann zwangsläufigen Ruhestand von mir und meinem Mitgesellschafter nach unseren Vorstellungen und Visionen weiterführen wird. Durch einen Zufall sind wir zusammen gekommen. Ich kann sagen: es hat von Anfang gepasst, vor allem von der menschlichen Seite her, die für uns unheimlich wichtig ist. Und nach zwei Jahren können wir festhalten, dass sich für beide Seiten die Erwartungen und Vorstellungen erfüllt haben.

 

Inwiefern haben Sie voneinander profitiert?

Dechant: Meine Devise lautet: wer behauptet alles zu können, kann nichts richtig. Daher soll sich jeder auf seine Stärken konzentrieren, um gemeinsam das beste Ergebnis zu erzielen. Wenn zum Beispiel ein Kunde anfragt, ob wir seine Straßenbahnen nach Bremen zum Hafen bringen können, kann ich jetzt mit gutem Gewissen sagen, dass wir die Züge auch gleich zu ihrem Bestimmungsort nach Übersee  bringen können. Das geht aber nur, weil wir einen erfahrenen Projektspediteur wie Z&B an unserer Seite wissen, der wohl schon fast sämtliche Arten von Projektladung um den ganzen Globus bewegt hat. Das ist mittlerweile auch bei unseren potenziellen Kunden bekannt und macht sich bei der Anzahl der Anfragen positiv bemerkbar.

Webersberger: Auf der anderen Seite hat Z&B erstmals die Möglichkeit, auf einen bestehenden Fuhrpark und entsprechendes Equipment zurückgreifen zu können. Das gibt uns mehr Flexibilität und macht uns in speziellen Situationen unabhängiger.

Dechant: Es soll allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass wir nur im eigenen Teich fischen. Ziel der Übernahme war es nicht, Mitbewerber zu verdrängen bzw. bei Aufträgen nicht zu berücksichtigen – ganz im Gegenteil. Wir handeln stets rational und nach ökonomischen Gesichtspunkten. Wenn Universal Transport oder Z&B eine Anfrage erhält, kommt nicht automatisch der jeweils andere zum Zug. Wenn klar ist, dass die Aufgabe mit Drittunternehmen bestmöglich realisiert werden kann, bekommen diese natürlich den Zuschlag. Allerdings haben wir in den vergangenen zwei Jahren auch schon diverse Projekte gemeinsam erfolgreich abgeschlossen.

Webersberger: Wie eingangs erwähnt, ist es jedoch sehr beruhigend zu wissen, dass durch unsere Zusammengehörigkeit eine Art Back-up-Option vorhanden ist, falls kurzfristig ein eingeplantes Unternehmen ausfällt.

 

Die Übernahme eines Unternehmens und die damit verbundene Integration ist oft ein langfristiger Prozess. Wo stehen Sie aktuell?

Webersberger: Unser anfängliches Gefühl, dass wir gut zusammenpassen, hat nicht getrogen. Ich würde sagen, wir haben die Integration zu 95 Prozent abgeschlossen. Dabei ist mir wichtig zu erwähnen, dass dieser Prozess absolut auf Augenhöhe stattgefunden hat und stattfindet. Natürlich gibt es manchmal unterschiedliche Meinungen aber nach lebhaften und konstruktiven Diskussionen sind wir bislang immer zu einem für alle Beteiligten befriedigenden Ergebnis gekommen. Das sehen auch unsere Mitarbeiter so – die Fluktuation in den letzten zwei Jahren ging gegen Null.

Dechant: Unser Anspruch war es nicht, Z&B unsere Systeme und Prozesse um jeden Preis aufzuzwingen. Unser Plan war, beide Seiten miteinander zu vergleichen und mit Augenmaß und da wo es Sinn macht, die Abläufe zu vereinheitlichen.

 

Welche Herausforderungen sind noch zu bewältigen?

Dechant: Beim wichtigen Thema Digitalisierung ist auf jeden Fall noch Potenzial vorhanden. Die ersten Schritte sind jedoch gemacht und wir sind zuversichtlich, in Zukunft unsere Systeme gemeinsam weiterzuentwickeln.

Webersberger: Ich sehe die Herausforderungen weniger intern als extern. Aufgrund der maroden Infrastruktur  –  vor allem der Straßen und Brücken – steht uns ein Verkehrskollaps bevor, wenn wir nicht reagieren. Wir sind uns einig, dass die Verkehre wenn möglich gebrochen werden müssen. Das bedeutet, Transportrouten multimodal über mehrere Verkehrsträger abzuwickeln, um eine Entlastung zu erreichen. Wir wollen dieser Idee auch Taten folgen lassen und beispielweise unser Logistikzentrum im bayernhafen Nürnberg ausbauen. Damit würde sich gleichzeitig unser Einzugsgebiet vergrößern, was eine Diversifizierung unserer Aufträge bedeuten würde.  Momentan liegt unser Hauptgeschäft dort im Schwerlastlogistikzentrum in der Verladung von Transformatoren. Ganz aktuell sind wir beispielsweise für die komplette Transportkette des weltweit leistungsstärksten HGÜ-Trafos nach China verantwortlich (Anm. d. Red.: Praxisbericht in diesem Newsletter).

Dechant: Den Punkt der Diversifizierung der Branchen und Kunden möchte ich nochmal aufgreifen. Wenn wir langfristig erfolgreich am Markt bestehen wollen, dürfen wir uns nicht auf eine Branche, einen Kunden oder ein Land bzw. eine Region und last but not least einen Mitarbeiter verlassen. Als Beispiel kann das in den letzten Jahren boomende Windkraftgeschäft dienen, das durch sich ändernde politische Rahmenbedingungen ausgebremst wird. Das bekommen wir auch zu spüren, aber können es durch zahlreiche andere Standbeine abfedern. Diese Herausforderungen werden wir auch zukünftig gemeinsam in der Universal Transport Gruppe angehen.