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Mai 2016 – Nachgefragt

Nachgefragt – Im Interview mit Henning Bentien

Herr Bentien, Sie arbeiten schon seit einigen Jahren bei Universal Transport. Erzählen Sie uns doch kurz etwas über Ihren bisherigen Werdegang.

Vor fast genau 10 Jahren, im August 2006, habe ich meine Ausbildung als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung bei Universal Transport begonnen. Nach der Ausbildung habe ich dann noch ein duales Studium zum Betriebsfachwirt absolviert. Anschließend wurde ich etwa ein Jahr in der Niederlassung in Eisenhüttenstadt eingesetzt und habe dort vor allem mein Wissen für den Bereich Windkraft ausgebaut. Seit 2012 bin ich Key Account Manager in der Niederlassung Hamburg und betreue eine Vielzahl an Windkrafthersteller. Ganz aktuell bin ich am Aufbau unserer ersten Niederlassung in Afrika, genauer gesagt in Ägypten, beteiligt.

Warum ist Ägypten ein interessanter Markt? Was sind die Herausforderungen beim Aufbau der neuen Niederlassung?

Ägypten ist ein Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. Vor allem der Aufbau einer stabilen Energieversorgung und -Infrastruktur stehen im Fokus, um Industrie anzusiedeln. Mit diesen Großprojekten geht eine Vielzahl von Schwertransporten einher.

Wir haben in Kairo ein Verwaltungsbüro eröffnet. Für unsere derzeitig sechs Schwerlastkombinationen gibt es eine eigene Garage inklusive Werkstatt. Demnächst kommen einige erfahrene Berufskraftfahrer nach Kairo, um unsere neuen Fahrer anzulernen und ihnen das benötigte Know-how für unsere Schwertransporte, sowie das wichtige Feingefühl für die Fahrzeugtechnik, zu vermitteln.

Die Niederlassung in Kairo ist für Universal Transport der erste Schritt auf dem afrikanischen Markt. Die „Eroberung“ neuer Länder ist für unsere Unternehmensgruppe mit Standorten u.a. in Rumänien, Russland und der Türkei zwar nichts neues, dennoch ist jedes Land speziell und individuell zu analysieren. Jedoch gibt es auch eine Vielzahl an Parallelen, wie das beispielsweise viel auf Vertrauensbasis gearbeitet wird. Ich persönlich bin regelmäßig in Kairo um alle weiteren Vorgänge mit unseren zwei ägyptischen Gesellschaftern zu koordinieren. Derzeit sind am Standort Kairo fünf Mitarbeiter angestellt.

Wie steht es um die Infrastruktur und die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort?

Die Abstimmung und Genehmigung von Schwertransporten ist natürlich anders als in Deutschland. Wie wir es auch schon von Europa her kennen, hat jedes Land sein eigenes Genehmigungs- und Anhörungsverfahren. In Ägypten muss man persönlich bei den zuständigen Behörden vorsprechen und sich die Genehmigungen vor Ort bestätigen lassen. Ähnlich wie in Deutschland muss nicht jeder Schwertransport durch die Polizei eskortiert werden. Auch hier ist die Sicherstellung der Verkehrssicherheit das oberste Ziel und von daher für uns selbstverständlich, dass wir die Polizei bei den richtigen großen und schweren Transporten als zusätzliche Begleitung dabei haben. Ebenso gibt es hier die Auflagen der privaten Transportbegleitung.

Die Infrastruktur in Ägypten ist ähnlich wie in Europa. Demnach besteht auch hier stets der Bedarf des stetigen Ausbaus und der Instandhaltung der Straßen. Für größere Projekte, wie zum Beispiel ein Windkraftprojekt mit mehreren Anlagen, müssen ebenfalls Streckenprüfungen vorab durchgeführt und ggf. Verkehrslenkende und –Leitende Maßnahmen eingeleitet werden. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch eher in der Anschaffung der geeigneten Fahrzeugtechnik, da hier auf Grund des Wüstensands spezielle Filter in den Fahrzeugen verbaut sein müssen.

Gibt es bereits erste Projekte, die von Universal Transport realisiert werden?

Erste Großaufträge haben wir bereits erhalten. Beispielsweise transportieren wir Schwerlastelemente für einen Kraftwerksbau. Die einzelnen Komponenten wiegen bis zu 200 Tonnen. Wir bekommen derzeit auch viele Transportanfragen – vom Schienenfahrzeug bis zur Windkraftanlage ist alles dabei.

Ägypten ist für uns der erste Schritt auf dem afrikanischen Kontinent. Wir wollen weiter expandieren, beispielweise nach Marokko, einen ebenfalls sehr interessanten Markt.